Redebeitrag auf der Frauen*kampftags-Demo vom 10.03.2018 in Cottbus

Feminismus scheint das neue Lieblingsthema der Rechten zu sein. So fand Mitte Februar der sogenannte Marsch der Frauen in Berlin statt. Angemeldet wurde die Demonstration von dem AfD-Mitglied Leyla Bilge. Der Einsatz für mehr Frauen*-Rechte dient Leyla Bilge nur als Deckmantel für ihre rassistische Hetze, so forderte sie die Abschiebung von kriminellen Ausländer.

Und auch Zukunft Heimat setzt hier in Cottbus für die Mobilisierung zu ihren Kundgebungen auf vermeintliches Einsetzen für Frauen. So waren auf den letzten drei Werbe-Bannern für die rassistischen Versammlungen junge Frauen* abgebildet. Nur findet sich dieses Bild auf den Kundgebungen, die von älteren Männern dominiert werden, kaum wieder.

Außerdem ist das vermeintliche Eintreten der Rechtspopulisten für Frauenrechte auf vielen Ebenen nicht nur extrem rassistisch, sondern vor allem eins: antifeministisch.
So wird Frauen in diesen Kampagnen ausnahmslos eine “Opferrolle” zugeschrieben. Weiße, deutsche und heterosexuelle Frauen müssen vor einer vermeintlichen Gefahr von außen geschützt werden. In dieser Logik ist es auch kein Widerspruch, dass sowohl die Organisierenden, als auch die Teilnehmenden der Veranstaltungen bis auf wenige Ausnahmen Männer sind. Dass es denen in keinem Fall um ein Recht von Frauen auf Selbstbestimmung geht, zeigt sich auch in einer starken personellen Überschneidung mit christlich-fundamentalistischen Organisationen, die seit Jahren auf dem sogenannten “Marsch für das Leben” gegen das Recht auf Abtreibung mobilisieren. Ebenso ins Bild passt das konservative Familienbild der Rechten, nachdem Frauen grundsätzlich vor allem die häusliche Rolle übernehmen und sich um Kinder und Heim sorgen sollen. Dass sexualisierte Gewalt vor allem in der Familie und im direkten persönlichen Umfeld der Betroffenen stattfindet, findet dagegen auf den Demonstrationen und Aktionen der rechten Bewegung keine Erwähnung.

Die “what the fuck” Demo, die gegen die christlich-fundamentalistische Demo und für sexuelle Selbstbestimmung auf die Straße ging und der “we’llcome united” Demo, die gegen ein rechtes Weltbild und für ein solidarisches Miteinander demonstrierten, brachten am gleichen Tag letztes Jahr im Sommer 10 – 12.000 Menschen auf die Straßen Berlins. Auch die Proteste gegen den sogenannten Marsch der Frauen jetzt im Februar zeigten, dass es viele Menschen gibt, die sich für Feminismus und gleichzeitig gegen Rassismus positionieren und die rassistische Demo über Stunden hinweg blockieren konnten!

Doch es ist auch wichtig über den Berliner Tellerrand zu schauen und feministische und antirassistische Strukturen in brandenburgischen Städten zu supporten, wo Unterstützung gewünscht wird. Während es für viele Brandenburger*innen selbstverständlich ist, sich auch in Berlin gegen die Aufmärsche von Rassist*innen und fundamentalen Christen und Christinnen zu stellen, so blieb der Protest gegen die Nazis hier in Cottbus bisher hauptsächlich Aufgabe der lokalen Akeur*innen. Heute wollen wir das ändern.

Heute wollen wir zeigen, dass Feminismus nur antirassistisch geht und Antirassismus Feminismus genauso miteinbeziehen muss. Lasst uns gemeinsam zeigen, dass hier in Cottbus kein Platz für menschenverachtende Inhalte ist und wir kein Bock auf “Zukunft Heimat”, die IB, AfD und alle anderen Rassist*innen, Nationalist*innen und Antifeminist*innen haben.

Nazis, Macker und Rassist*innen gibt es in jeder Stadt – bildet Banden, macht sie platt!

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